Dimensionierung von Holz-Zentralheizungen:
1. Einleitung:
Die korrekte Dimensionierung von Holz-Zentralheizungen ermöglicht einen energiegerechten Betrieb von Heizanlagen. Sie bildet einen wichtigen Beitrag an der rationellen Energienutzung in Gebäuden.
Die folgenden Erklärungen richten sich an Alle, die sich mit der Installation einer Holz-Feuerung befassen. Sie sind übernommen aus dem Merkblatt des Bundesamtes für Energie der Schweiz und beruhen auf jahrelangen Erfahrungen aus der Schweiz.
2. Vorgehen:
Das untenstehende Schema zeigt Ihnen die Vorgehensweise für die Dimensionierung von Holz-Zentralheizungen in bestehenden Gebäuden und Neubauten.
| Sanierung: | Neubau: | |
| Ermittlung aus Brennstoffverbrauch oder Messungen an der bestehenden Anlage. | Ableitung aus der SIA 380/1 und deren allgemeine Zuschläge. | |
| Kontrolle der spezifischen Heizleistung | ||
| Kesselwahl und Speicherdimensionierung | ||
3. Sanierungen
Bei einer Sanierung können die notwendigen Anforderungen an eine Holz-Zentralheizung entweder auf der Basis des durchschnittlichen Jahres-Brennstoffverbrauches oder durch Auslastungsmessungen bestimmt werden.
3.1. Ermittlung der Heizleistung aus dem Brennstoff- oder Stromverbrauch
3.1.1. Ersatz von Öl- oder Gaskessel
Die erforderliche Heizleistung kann nach Weiersmüller (Ingenieur und Architekt in der Schweiz) auf Grund des jährlichen Brennstoffverbrauches mit den nachfolgenden Formeln berechnet werden. Die Berechnungen basieren auf 20°Cel. Raumlufttemperatur. Sie ergeben speziell für Wohnbauten mit Kesselleistungen bis 100 kW Kesselleistung sehr gute Resultate.
a) mit
Warmwasserbereitung: erforderliche Heizleistung = Verbrauch in l Heizöl geteilt
durch 300 (Faktor)
b) ohne Warmwasserbereitung:
erforderliche Kesselleistung = Verbrauch in l Heizöl geteilt durch 265
ein Liter Heizöl entspricht 1,07 m³
Erdgas
Es gilt zu beachten, dass diese Formeln auf Wohnbauten zugeschnitten sind, die mit einer üblichen Wärmedämmung und einer Heizkesselanlage mit einem Jahreswirkungsgrad zwischen 70 und 85 % ausgerüstet sind. Bei bestehenden Kesseln mit extrem schlechten Wirkungsgraden kann die Berechnung zu einer Überdimensionierung führen.
Berechnungsbeispiel:
Objekt: Mehrfamilienhaus,
Energiebezugsfläche 400 m², gut wärmegedämmt, mit ganzjähriger
Warmwasserbereitung. Der durchschnittliche Jahresverbrauch beträgt 5280 l
Heizöl.
Erforderliche Heizleistung
beträgt: 5280 l geteilt 300 = 17,6 kW.
Zur Kontrolle kann die spezifische
Heizleistung verwendet werden: 18 000 W geteilt 400 m² = 45 W/m². Dies liegt im
Bereich für gut wärmegedämmte Wohnhäuser und ist damit bestätigt (vergleiche
Kapitel 6).
In folgenden Fällen liefern die Formeln nur ungenaue Resultate, zusätzlich sind Abklärungen über eventuelle Korrekturen nötig (vergleiche auch Kapitel 5).
Großer Warmwasserbedarf (z.B.
in Großküchen, Sportanlagen, etc.)
Überdurchschnittliche
Wärmegewinne durch die Sonne (Passivsolarhäuser, Elektrogeräte, etc.
Zeitlich eingeschränkte Nutzung
Temperaturabsenkung über das
Wochenende
Lüftungs- und Klimaanlagen
Prozesswärme
3.1.2. Ersatz von Stückholzkesseln:
Die erforderliche Heizleistung kann auf Grund des jährlichen Brennstoffverbrauches mit nachfolgender Formel ermittelt werden. Die Berechnungen basieren auf 20° Cel. Raumlufttemperatur inklusive Warmwasserbereitung während der Heizperiode und beziehen sich auf ältere Holz-Zentralheizungen mit einem Jahreswirkungsgrad um 50 %. Neue optimal dimensionierte Holz-Zentralheizungen weisen einen Jahresnutzungsgrad von 65 - 75 % auf. Der Ersatz einer alten Holz-Zentralheizung kann den Brennstoffbedarf bedeutend reduzieren.
Holzsorte: Hartholz (Buche,
Eiche, Esche, Obstbäume, etc.)
erforderliche Heizleistung =
Verbrauch in Raummeter geteilt durch 1,8 (Umrechnungsfaktor)
Holzsorte: Weichholz (Fichte,
Tanne, Kiefer, Pappel, etc.)
erforderliche Heizleistung =
Verbrauch in Raummeter geteilt durch 2,5 (Umrechnungsfaktor)
Berechnungsbeispiel:
Objekt: Bauernwohnhaus angebaut an
ein Wirtschaftsgebäude. Energiebezugsfläche 250 m², Estrichboden
gut wärmegedämmt. Dichte
doppelverglaste Fenster. Der durchschnittliche Jahresverbrauch beträgt
40 Raummeter Weichholz (Fichte und
Tanne).
erforderliche Heizleistung = 40
Raummeter geteilt 2,5 ergibt 16 kW Heizleistung.
Zur Kontrolle kann die spezifische
Heizleistung verwendet werden: 16 000 W geteilt 250 m² = 64 W/m².
Dies liegt im Bereich für
herkömmlich wärmegedämmte Wohnhäuser und ist damit bestätigt (vergleiche Kapitel
6).
In folgenden Fälle liefern die Formeln nur ungenaue Resultate. Es sind Abklärungen über eventuelle Korrekturen notwendig bei:
einem Jahresnutzungsgrad der
bestehenden Anlage, wenn er wesentlich höher als 50 % liegt
überdurchschnittlichen
Wärmegewinnen durch Solarenergie
zeitlich eingeschränkte Nutzung.
3.1.3. Ersatz einer Elektrowiderstandsheizung:
Die erforderliche Heizleistung
kann anhand des jährlichen Stromverbrauches für Heizung und Warmwasser mit
nachfolgender Formel berechnet werden. Kann der Stromverbrauch nicht über den
Zähler ermittelt werden, so ist der Heizleistungsbedarf nach Punkt 4.2.
(Neubauten) zu ermitteln.
Die Berechnungen basieren auf 20°
Cel. Raumlufttemperatur.
erforderliche Heizleistung = Stromverbrauch in kWh geteilt durch 2100 (Umrechnungsfaktor).
4. Neubauten
4.1. Heizleistungsbedarf nach
Empfehlung der SIA (Schweizer Ingenieur- und Archtitekten-Verein)
384/2 Wärmeleistungsbedarf von
Gebäuden
Mit dieser Methode wird für Neubauten oder bei umfassenden wärmetechnischen Gebäudesanierungen der Heizleistungsbedarf jedes beheizten Raumes einzeln ermittelt. Die Berechnungen sind für die Dimensionierung der Heizkörper oder der Fußbodenheizung unerlässlich. Aus den einzelnen Räumen wird der Heizleistungsbedarf des gesamten Gebäudes bestimmt.
4.2. Ableitung des
Heizleistungsbedarfes aus Empfehlung der SIA
380/1 Energie im Hochbau
Ist der Heizenergiebedarf Qh nach SIA 380/1 ermittelt worden, kann mit den bestimmten Grundlagedaten (k-Werte und zugehörige Flächenauszüge sowie das zu beheizende Gebäudevolumen) der Heizleistungsbedarf Qh des Gebäudes einfach bestimmt werden:
Zeichenerklärung:
Qh
= Wärmeleistungsbedarf
Qt,a
= Transmissions-Wärmeleistungsbedarf gegen Außenluft (W)
Qt,u
= Transmissions-Wärmeleistungsbedarf gegen unbeheizte Räume (W)
Qt,e
= Transmissions-Wärmeleistungsbedarf gegen Erdreich (W)
Ql
= Lüftungs-Wärmeleistungsbedarf (W)
ka,u,E
= Wärmedurchgangskoeffizient gegen außen, unbeheizt und Erdreich (W/m²K)
V =
zu beheizendes Gebäudevolumen (m³)
Aa,u,E
= Fläche des jeweiligen Bauteils (m²)
f
= Faktor für Luftdichte und spezifische Wärmekapazität = 0,32
0,3 = Luftwechselrate (h-1).
Sollte der Wert unbekannt sein, so ist ein Blower-Door-Test zu empfehlen.
ti
= Raumlufttemperatur (°Cel.)
ta
= maßgebende Außenlufttemperatur (°Cel.)
tu
= Temperatur der unbeheizten Räume (°Cel.)
tE
= Temperatur des Erdreiches (°Cel.)
Qt,a = Summe aus (ka * Aa) * (ti - ta)
Qt,u = Summe aus (ku * Au) * (ti - tu)
Qte = Summe aus (kE * AE) * (ti - tE)
Ql = Summe aus f * 0,3 * V * (ti - ta)
Qh = Qt,a + Qt,u + Qt,E + Ql
Hinweis: Für die korrekte Dimensionierung der Heizkörper oder Fußbodenheizung ist eine Berechnung nach SIA 384/2 unerlässlich. Eingebaute Lüftungsanlagen müssen ebenfalls gemäss SIA 384/2 berücksichtigt werden:
Berechnungsbeispiel:
Objekt: Einfamilienhaus, massiv,
Energiebezugsfläche 180 m², beheiztes Gebäudevolumen 360 m³,
Qh
= 204 Mj/m²a, ohne Warmwasserbereitung.
Flächen k-Wert
110 m²
Dach 0,25
W/m²K
120 m²
Außenmauer 0,30 W/m²K
30 m² Fenster inkl.
Rahmen 1,60 W/m²K
90 m² Boden gegen unbeheizten
Keller 0,40 W/m²K
30 m² Mauer gegen
Erdreich 0,40 W/m²K
Auslegungstemperaturen gemäss
SIA 384/2
Raumlufttemperatur ti
= 20° Cel.
Außentemperatur ta
= -8° Cel.
Temperatur der unbeheizten
Keller tu = 5° Cel.
Temperatur
Erdreich tE
= 0° Cel.
Transmissions-Wärmeleistungsbedarf gegen Außenluft
Qt,a = [(0,25 * 110) +
(0,3 * 120) + (1,6 * 30)] * [20 - (-8)] = 3122 W
Transmissions-Wärmeleistungsbedarf gegen unbeheizte Keller
Qt,u = (0,4 * 90) *
(20 - 5) = 540 W
Transmissions-Wärmeleistungsbedarf gegen Erdreich
Qt,E = (0,4 * 30) *
(20 - 0) = 240 W
Wärmeleistungsbedarf der Lüftung
Ql = (0,32 * 0,3 *
360) * [20 - (-8)] = 968 W
Der gesamte Wärmeleistungsbedarf
des Gebäudes errechnet sich wie folgt:
Qh = 3122 + 540 + 240
+ 968 = 4870 W
Die Zuschläge für die Aufheizung
und Verluste der Wärmeverteilung betragen 15 % (vergleiche
Kapitel 5); somit resultiert als
erforderliche Heizleistung:
Qh, erforderlich = 4870 W + 1,15 = 5600 W = 5,6 kW
Die spezifische Heizleistung
errechnet sich wie folgt:
5600 W geteilt durch 180 m²
Bezugsfläche ergibt 45 W/m².
Zur Kontrolle vergleichen Sie die
Angaben in Kapitel 6.
5. Allgemeine Zuschläge zum Wärmeleistungsbedarf Qh
Unter den allgemeinen Zuschlägen
wird folgendes verstanden:
1. Wärmeleistung für die
Warmwasserbereitung
2. Deckung der Verluste der
Wärmeverteilung
3. Wärmeleistung für
lüftungstechnische Anlagen oder Prozesswärme
5.1. Wohngebäude
In der Regel wird bei automatischen Holzfeuerungen (Schnitzel- oder Pellets-Feuerungen) für die Warmwasserbereitung in Wohngebäuden kein Zuschlag erhoben. Bei Stückholz-Zentralheizungen mit Speicher muss der Bedarf für die Warmwasserbereitung mit berücksichtigt werden, dagegen entfällt der Zuschlag für das Wiederaufheizen nach der Nachtabsenkung. Da die beiden Zuschläge in der Regel gleich groß sind, ist die erforderliche Heizleistung bei Stückholz-Zentralheizungen etwa in gleicher Grössenordnung wie bei einer automatischen Holzfeuerung.
5.2. Dienstleistungsgebäude
Die meisten Dienstleistungsgebäude haben fast immer einen geringeren Warmwasserbedarf. Ein diesbezüglicher Leistungszuschlag ist daher nicht notwendig. Eventuelle Zuschläge für Prozesswärme sowie für Lüftungs- und Klimaanlagen sind separat zu berechnen.
Für herkömmliche Wohn- und Nichtwohnbauten kann die notwendige Heizleistung somit wie folgt bestimmt werden:
Qh,erf. = (1,10 bis 1,15) * Qh
6. Kontrolle der Resultate
Zur Kontrolle der resultate kann die spezifische Heizleistung herangezogen werden. Sie errechnet sich aus der Heizleistung geteilt durch die Energiebezugsfläche (beheizte Bruttogeschossfläche):
Gebäudetyp
Herkömmlich wärmegedämmte
Wohnhäuser 50 - 70 W/m²
Gut wärmegedämmte bestehende
Wohnhäuser 40 - 50 W/m²
Neubauten gemäss WSO
2001 25 W/m²
Niedrigenergiehäuser (3 l -
Häuser) 15 W/m²
Herkömmliche
Dienstleistungsbauten 60 - 80 W/m²
Hinweis:
Die spezifische Heizleistung ist
nur ein grobes Kontrollinstrument. Die Dimensionierung sollte prinzipiell nach
den vorgängig beschriebenen Methoden durchgeführt werden.
7. Holzbrennstoffe
7.1. Stückholz
Mit dem Betreiber eines Stückholzkessels ist das Holzsortiment des Jahresbrennstoffbedarfs vor der Auswahl des Stückholzkessels genau nach folgender Liste festzulegen. Als besonders leistungsfähig haben sich die Holzvergaserkessel der Firma ETA-Heiztechnik erwiesen.
Der zukünftige
Jahresbrennstoffbedarf errechnet sich aus folgender Formel:
a) Holzsortiment
Hartholz: Jahresbrennstoffbedarf = Qh,erf.
* 1,4 (Bedarfsfaktor)
b) Holzsortiment Weichholz
: Jahresbrennstoffbedarf = Qh,erf.
* 1,9 (Bedarfsfaktor)
Der maximale Wassergehalt im Holzbrennstoff darf lt. Angaben der Firma ETA-Heiztechnik 30 % nicht übersteigen (Richtwert: Min. 1 Jahr abgelagertes Holz). In Deutschland dürfen nur Brennstoffe der Brennstoffklasse 4 (naturbelassenes Holz) der 1. BimSchV vom 15.07. 1988 in Stückholz-Feuerungen verbrannt werden. Die Scheitholzlänge beträgt max. 55 cm.
7.2. Hackschnitzel
Hackschnitzel sollte nach den Richtlinien der Ö-Norm ausgewählt und bestellt werden. Der Wassergehalt (w) sollte ca. 30 % nicht überschreiten. Die Korngrösse ist anlagenspezifisch auszuwählen und mir dem Hersteller abzustimmen.
Der zukünftige
Jahresbrennstoffbedarf errechnet sich aus folgenden Formeln:
a) Hartholz:
Jahresbrennstoffbedarf in m³ = Qh,erf.
* 3,2 (Bedarfsfaktor)
b) Weichholz:
Jahresbrennstoffbedarf in m³ = Qh,erf.
* 5,0 (Bedarfsfaktor)
Schnitzelfeuerungen über 70 kW Leistung können auch für Hackschnitzel mit einem Wassergehalt über 40 % ausgelegt werden. Hierzu gibt es von der Firma Bioflamm spezielle Konzepte. Nähere Auskünfte erteile ich Ihnen gern bei einem Beratungsgespräch.
8. Dimensionierung der Holz-Zentralheizung
8.1. Stückholzkessel mit Speicher
Die Auswahl des Stückholzkessels kann mit nachfolgendem Nomogramm erfolgen, welches die folgenden Einflussgrössen miteinander verbindet:
Qh,erf.
= erforderliche Heizleistung (kW)
QHd
= täglicher Heizwärmebedarf (kWh) = Qh,erf.
* 18 h
Vorgehensweise:
1. Qh,erf.
eintragen
2. Bedienungskomfort mit Betreiber
festlegen
3. Auf Grund der Herstellerangaben
denjenigen Kessel auswählen, der beim vorgegebenen Holzsortiment (siehe Kapitel
7) im Minimum pro Charge abgeben kann oder den erforderlichen Füllraum aufweist.
Bedienungskomfort:
Entscheidend für die
Dimensionierung des Stückholzkessels ist der gewünschte Bedienungskomfort
bezüglich der Beschickung des Kessels.
a) Standard:
Einmal beschicken bei einer
mittleren Aussentemperatur von 4° Cel. bedeutet: Der Kessel muß in der
220-tägigen Heizperiode an 50
Tagen zweimal beschickt werden.
b) Komfort:
Einmal beschicken bei
Auslegungstemperatur: Der erhöhte Bedienungskomfort, von einmal statt
zweimal bei Auslegetemperatur
den Kessel beschicken zu müssen, hat eine Verdoppelung des
Füllraumes des Kessels mit
entsprechend größerem notwendigem Speichervolumen zur Folge.
Dies bewirkt erhöhte
Umwandlungsverluste und reduziert somit den Jahreswirkungsgrad.
Hinweis: Für optimale Kesselauslegung nach Möglichkeit den Bedienungskomfort Standard auswählen.
Speicherdimensionierung:
Das minimale Speichervolumen ist
vom Bundesamt für Wirtschaft in Bezug auf die Förderfähigkeit der Anlage mit
mindestens 50 l pro installierte kW-Heizleistung angegeben. Er kann jedoch auch
größer dimensioniert werden. Dies ist oft der Fall, wenn zusätzlich eine
Solaranlage installiert wird (zu empfehlen für die Warmwasserbereitung in den
Sommermonaten).
8.2. Kesselauswahl für Schnitzel- und Pellets-Feuerung
Die erforderliche Kesselleistung entspricht der erforderlichen Heizleistung gemäß Kapitel 3 und 5. Eine Überdimensionierung der Kesselleistung hat eine geringere Auslastung der Feuerungsanlage mit höheren Umwandlungsverlusten und schlechteren Ausbrandqualitäten zur Folge:
Für den optimalen Betrieb ist
eine Leistungsregelung im
Leistungsbereich von höchstens 30 % bis 100 % erforderlich, da der
Wärmeleistungsbedarf großen Lastschwankungen unterworfen ist. Noch besser ist
eine mögliche Leistungsregelung auf 20 % der minimalen Leistung.
die Installation einer
automatischen Zündung zu empfehlen, welche den verlustreichen
Glutbett-Erhaltungsbetrieb eliminieren kann, da eine Wärmeproduktion der
Schnitzel- oder Pellets-Feuerung nur ca. während der halben Heizperiode
(Nachtabsenkung, Übergangszeit) erforderlich ist.
9. Standardschaltungen für Stückholzkessel mit Speicher
Grundsätzlich ist der Einsatz von bewährten Standardschaltungen der Anlagensystemanbieter zu empfehlen. Für kombinierte Anlagensysteme mit Holzenergie- und Solarenergienutzung sind ebenfalls Schaltungsschemen vorhanden. Die Standardschaltungen haben bei der Hydraulischen Einbindung die nachstehenden Kriterien einzuhalten, um eine optimale Speicherbewirtschaftung zu ermöglichen.
9.1. Wärmeabgabesystem
Als wichtiges Kriterium sollte dabei ein möglichst kalter Rücklauf angestrebt werden. Das bedingt, dass ausser bei der Rücklauf, im ganzen Heizkreis kein Wasser vom Vorlauf direkt in den Rücklauf überströmen kann. Hierzu sind alle Verbraucher so zu optimieren, dass die Wärme vollständig genutzt werden kann.
9.2. Kesselkreis
Die Wärmeabgabe vom Kessel weg hat mit einer konstant hohen Vorlauftemperatur zu erfolgen. Der Kessellieferant hat mit der Kesselregelung diese Bedingung einzuhalten. Eine Möglichkeit der Reduzierung ist durch eine witterungsgeführte Vorlauftemperaturregelung gegeben, wie sie von uns bei Pelletsfeuerungen angeboten wird. Ansonsten ist eine Vorlaufkonstantregelung mit Mischer möglich.
9.3. Speicher
Damit der Speicher gut schichtet, sind die Speicheranschlüsse großzügig zu wählen und mit Beruhigungsblechen im Speicherinneren zu versehen.
Alle Speicheranschlüsse sollten einen Siphon aufweisen, um Einrohrzirkulation vermeiden zu können; das heißt keine Speicheranschlüsse direkt nach oben oder horizontal.
Bezüglich der Wärmedämmung ist darauf zu achten, dass folgende Voraussetzungen eingehalten werden können um hohe Wärmeverluste zu vermeiden:
Dicht anliegende
Seitenwärmedämmung mit dichtem Anschluss an Speicherdeckelwärmedämmung, um
jede mögliche Kaminwirkung ausschließen zu können.
Speicheranschlüsse bis zur
Speicherwärmedämmung wärmedämmen.
Mehrere Speicher sind in Reihe
anzuschließen.
9.4. Wassererwärmer
Die Brauchwassererwärmung kann vorzugsweise mit einem Wassererwärmereinsatz im Heizungsspeicher erfolgen oder mit einem separaten Wassererwärmer, welcher über einen genügend großen innenliegenden Glattrohrwärmetauscher verfügt.
Damit der Speicher bei der Ladephase des separaten Wassererwärmers nicht zu stark umgeschichtet wird, können folgende Möglichkeiten umgesetzt werden:
Rücklauf Wassererwärmer in der
Speichermitte einbauen.
Rücklauftemperaturbegrenzung auf
< 50° Cel. einstellen. Der Ladevorgang wird beim Überschreiten der
Rücklauftemperatur dadurch unterbrochen.
Durchflussbegrenzung im
Wassererwärmerkreislauf auf 150 - 250 l / h einstellen.
9.5. Heizgruppe
Da der Speicher den Vor- und Rücklauf drucklos machen kann, ist die Heizgruppe als Dreiwege-Beimisch-Schaltung auszuführen. Bei Niedertemperatur-Heizsystemen ist eine Überströmung mit einem Strangregulierventil im Wärmeabgabekreislauf einzubauen.
10. Weitere Hinweise
Die konsequente Dämmung der Wärmeverteilungen, unter Beachtung der bundesweiten Vorschriften, ergibt eine zusätzliche Leistungsreserve.
Die eingestellten Regelparameter sollten in der Betriebsdokumentation eingetragen werden. Mit einem Wärmemengenzähler lässt sich die Kessel-Heizleistung und Wärmeabgabe pro Charge auf einfache Weise nachkontrollieren.